"Ich denke, Goethe hätte nicht, wie so viele unserer Zeitgenossen, die Psychoanalyse unfreundlichen Sinnes abgelehnt", vermutete Sigmund Freud 1930 in seiner Frankfurter Goethepreisrede. Ein selbstbewusster Satz, in dem sich sein Autor nicht nur auf Augenhöhe mit dem Weimarer Klassiker begibt, sondern der gleichzeitig
"Ich denke, Goethe hätte nicht, wie so viele unserer Zeitgenossen, die Psychoanalyse unfreundlichen Sinnes abgelehnt", vermutete Sigmund Freud 1930 in seiner Frankfurter Goethepreisrede. Ein selbstbewusster Satz, in dem sich sein Autor nicht nur auf Augenhöhe mit dem Weimarer Klassiker begibt, sondern der gleichzeitig auch daran erinnert, wie umstritten die von ihrem 'Vater' Freud zu Weltruhm gebrachte neue Wissenschaft tatsächlich von Anbeginn war.
Mit diesen Worten leitet Jan Süselbeck die 5. Ausgabe des Rezensionsforum von Literaturkritik.de ein. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist der 150. Geburtstag Sigmund Freuds. Folgende Beiträge sind dort zu finden:
Essay
Freud als Sprachschöpfer
Der Prozess seines Schreibens
Von Walter Schönau
"Eine gerade Linie von Goethe zu Freud"
Zum Streit um die Verleihung des Frankfurter Goethe-Preises im Jahre 1930
Von Thomas Anz
Rezensionen
Freud und sein Jahrhundert
Neuerscheinungen zu seinem 150. Geburtstag
Von Ludger Lütkehaus
Verdrängte Verwandte
Eva Weissweilers allzu distanzloser Familienroman der "Freuds"
Von Oliver Pfohlmann
Ein psychoanalytischer Aufklärer
über Johannes Cremerius' Darstellung seines psychoanalytischen Lebens
Von Ludger Lütkehaus
Man will es kaum wahrhaben: Die Psychoanalyse hatte doch Recht!
Empirische Psychotherapie- und Psychoanalyse-Forschung als Provokation von Geistes- und Sozialwissenschaften
Von Harald Weilnböck
Empirisch gestützte psychoanalytische Literaturforschung
über eine vielversprechende Perspektive für die Kulturwissenschaften
Von Harald Weilnböck
Rotes Tuch Psychoanalyse
Der holländische Freud Gegner Han Israel's veröffentlicht sein drittes Anti-Freud-Buch
Von André Hille
"And the heart goes on and on" - Den Tränen auf der Spur
Nicht nur in Hermann Kappelhoffs Melodramenstudie kommen Filmwissenschaft und Psychoanalyse langsam wieder ins Gespräch
Von Jan Süselbeck
Von Mitarbeitern
Ludger Lütkehaus zeigt einen "Freud zum Vergnügen"
Psychoanalyse in der Wiener Moderne: Eine Dokumentensammlung von Thomas Anz und Oliver Pfohlmann
[absolut empfehlenswert]