Wiener Auszeichnung für den Psychoanalytiker Prof. Ernst Federn

Prof. Ernst Federn erhielt am 10. Mai 2005 die Silberne Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien. Bei der Verleihung wurde auf Federns außergewöhnliche Biographie hingewiesen, die auf das 20. Jahrhundert verweist, auf das, was geschehen ist, auf Gräueltaten, auf die Vertreibung der Vernunft. Mit der Inhaftierung im austrofaschistischen Österreich begann der Leidensweg Ernst Federns, so Dr. Ursula Mähner-Ehrig von der Psychoanalytischen Vereinigung. Darauf folgten sieben Jahre im KZ Buchenwald bis zur Befreiung am 11. April 1945. In den USA wurde Ernst Federn durch die Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen zum "Pionier der psychoanalytischen Sozialarbeit", so Mähner-Ehrig. Neben seinen eigenen herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten sei es ein großer Verdienst Ernst Federns, die "Protokolle der Psychoanalytischen Vereinigung 1906 bis 1918" herausgegeben zu haben. Diese historischen Dokumente seien von internationaler Bedeutung und ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der Psychoanalyse. Die Auszeichnung nehme er nicht nur für sich in Anspruch, sondern für die Psychoanalyse, die psychoanalytische Sozialarbeit, so Ernst Federn in seiner Ansprache. "Die Entdeckung des Unbewussten von Sigmund Freud und die Wichtigkeit einer liebevollen Beziehung der Eltern zu ihren Kindern sind heute eine Selbstverständlichkeit, aber es hat die Welt im Grunde genommen verändert". [Quelle: Psychosozial Verlag ]